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Das Wiki Blog - Blog-Beiträge für April 2026
Apr. 03 2026
Kardiovaskuläre Auswirkungen von oralem Nicotinamid: Eine narrative Übersicht (NEWSBLOG 2026)
Nicotinamid, auch als Niacinamid bekannt, ist die wasserlösliche Form von Vitamin B3 und spielt eine wichtige Rolle in zahlreichen zellulären Stoffwechselprozessen. In der Dermatologie wird es seit Jahren vielseitig eingesetzt, etwa zur Abschwächung UV-induzierter Immunsuppression, als adjuvante Therapie bei bullösen Dermatosen, zur Reduktion von Entzündung und Sebumproduktion bei Akne sowie bei verschiedenen juckenden Hauterkrankungen. In einer narrativen Übersichtsarbeit untersuchten die Autoren den dermatologischen Nutzen oralen Nicotinamids und mögliche kardiovaskuläre Risiken, die in jüngerer Zeit diskutiert werden. Die analysierten Studien bestätigen den klinischen Nutzen des Wirkstoffs, unter anderem in der Prävention nichtmelanozytärer Hauttumoren bei immunkompetenten Patienten sowie bei entzündlichen Hauterkrankungen. Gleichzeitig weisen neuere Daten darauf hin, dass erhöhte Serumspiegel bestimmter Endmetaboliten von Nicotinamid, insbesondere N1-methyl-2-pyridon-5-carboxamid und N1-methyl-4-pyridon-3-carboxamid, mit einem gesteigerten Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sein könnten. Dieses Risiko scheint vor allem bei Dosierungen oberhalb der üblichen therapeutischen Empfehlung von etwa 500 mg pro Tag relevant zu sein. Die Autoren betonen daher, dass Nicotinamid trotz seines etablierten Nutzens nicht uneingeschränkt als risikofrei betrachtet werden sollte. Insbesondere bei hochdosierter Anwendung erscheint eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll, bis weitere Studien die langfristige kardiovaskuläre Sicherheit besser klären.
Quelle:
J Drugs Dermatol. 2025 Nov 1;24(11):1075-1079. http://doi.org/10.36849/JDD.9092.
Exploring the Cardiovascular Impacts of Oral Nicotinamide: A Comprehensive Narrative Review.
Shoukfeh R, Tisack AM, Lim HW, Mohammad TF.
Apr. 01 2026
Coffein-Supplementierung und Haare: Eine systematische Übersicht (NEWSBLOG 2026)
Coffein wird seit einigen Jahren als potenzieller Wirkstoff zur Förderung des Haarwachstums diskutiert, insbesondere in topischen Formulierungen. In einer systematischen Übersichtsarbeit untersuchten die Autoren die verfügbare Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit koffeinhaltiger Interventionen bei Haarausfall. Nach Auswertung mehrerer medizinischer Datenbanken erfüllten neun Studien die Einschlusskriterien, darunter randomisierte kontrollierte Studien, prospektive Kohortenstudien sowie eine Zwillingskohortenstudie. Der überwiegende Teil der Untersuchungen befasste sich mit topischer Anwendung von Koffein, während lediglich eine Studie den Einfluss oraler Koffeinaufnahme analysierte. Insgesamt zeigten die verfügbaren Daten konsistente Hinweise darauf, dass topisches Coffein das Haarwachstum fördern oder den Haarverlust reduzieren kann, wobei unerwünschte Wirkungen nur selten berichtet wurden. Allerdings weisen die Autoren auf methodische Einschränkungen der bisherigen Studien hin, etwa das Fehlen standardisierter Messmethoden zur quantitativen Haaranalyse. Aufgrund der begrenzten Datenlage lassen sich derzeit noch keine definitiven klinischen Empfehlungen ableiten. Dennoch erscheint topisches Koffein als vielversprechender therapeutischer Ansatz bei verschiedenen Formen des Haarausfalls, der in zukünftigen groß angelegten randomisierten Studien mit standardisierten Endpunkten weiter untersucht werden sollte.
Quelle:
J Drugs Dermatol. 2025 Nov 1;24(11):1070-1074. http://doi.org/10.36849/JDD.8902.
Caffeine Supplementation and Hair: A Systematic Review.
Ly N, Paiewonsky B, Fruechte S, Goldfarb N, Hordinsky MK, Bakker C, Sadick N, Arruda S, Farah RS.